Corona

Whatever it takes!

Vergesst die Kleinstunternehmen und die Kultur nicht!

Wir brauchen einen Rettungsschirm für Alle.

Wenn diese Krise vorbei ist, wird nichts mehr sein wie vorher.

Wir werden unsere Erinnerung einteilen in eine Zeit vor Corona und die Zeit danach.

Im Moment reiben wir uns noch die Augen und fragen uns, wie sich unser ganzes Leben von heute auf morgen – im wörtlichen Sinne – verändern konnte. Aber uns bleibt keine Zeit. Was wir in den kommenden Tagen und Wochen tun, wird entscheidend dafür sein, wie unsere Städte aussehen werden, wenn diese Pandemie vorbei ist. Wir haben es jetzt in der Hand – das ist die gute Botschaft. Es gilt aber auch: Es eilt und es wird nicht einfach werden.

Die Bundesregierung hat unbegrenzte Hilfen für die Wirtschaft und Kreditbürgschaften in unbegrenzter Höhe für Unternehmen zugesagt.

Es gibt allerdings Branchen, die diese Hilfe möglicherweise nicht bzw. nicht in ausreichendem Maße in Anspruch nehmen können: Einzelunternehmer*innen und Soloselbständige, Musiker*innen, Buchhändler*innen, Freie Künstler*innen, Besitzer*innen kleiner Läden, Schauspieler*innen, Betreiber*innen kleiner Clubs, Cafés, Hotels, Galerien und Theater, Tanzlehrer*innen, Veranstalter*innen, Schauspieler*innen, Designer*innen und viele andere Mikro-Unternehmer*innen drohen durch das Raster des Rettungsschirms zu fallen.

Dieser Wirtschaftssektor wird schon seit langer Zeit unterschätzt. Die deutsche Wirtschaft hat sich in den vergangenen Jahren stark verändert. Zu dem traditionellen Industriestandort sind viele kreative und innovative Branchen hinzugekommen. Alleine die Kultur- und Kreativwirtschaft ist heute bereits größer als die chemische Industrie, Energieversorger oder Finanzdienstleitungen. 2018 betrug die Bruttowertschöpfung dieser Branche mehr als 168 Milliarden Euro. Die 1,2 Millionen Menschen, die in dieser Branche tätig sind, tragen 3% zum Bruttoinlandsprodukt der Bundesrepublik Deutschland bei.

Allerdings – und das ist der entscheidende Unterschied – ist die überwiegende Zahl dieser Unternehmen sehr klein. Die meisten dieser Mikro-Unternehmer*innen haben kaum Angestellte, sondern arbeiten in Netzwerken zusammen. Und: Ihr Liquiditätspolster ist oftmals sehr dünn.

Alle diese Branchen stehen durch die Auswirkungen der Corona-Krise aktuell vor dem Aus. In wenigen Tagen und Wochen wird es die meisten dieser Unternehmen nicht mehr geben.

Eigentlich war der Plan, an dieser Stelle einen Katalog von Maßnahmen in den Raum zu stellen mit denen wir es schaffen könnten, Mikrounternehmer*innen zu retten. Aber was sind schon Pläne in diesen Tagen?

Während wir diese Zeilen formuliert haben, hat sich anscheinend in Berlin und Bremen einiges getan. Es werden Mittel zur Verfügung gestellt werden. Das ist eine gute Nachricht und zeigt, dass das Problem erkannt worden ist.

Wichtig ist jetzt, dass zusätzlich zu den bereits bekannten Instrumenten, wie Kurzarbeitergeld, Mietzuschüssen und Steuerstundungen …

  • ein Notfallfonds für akute Finanzprobleme und plötzliche eingetretene Ausfälle eingerichtet wird.
  • Kredite für Kleinstunternehmer mindestens zwei Jahre tilgungsfrei sind. Danach soll entschieden werden, ob Kredite zurückgezahlt, gestundet oder in besonderen Fällen ganz erlassen werden können.
  • diese Hilfen – ähnlich wie in Bayern – schnell und unbürokratisch geleistet werden.

Der Corona-Infoticker des Wirtschaftsressorts hält aktuelle Informationen für Betroffene bereit. Kleinstunternehmen und Selbständige werden mit Priorität behandelt >>

Gerade in diesen Zeiten ist es so wichtig handlungsfähig zu sein – auch als Partei. Deshalb ist die momentane Situation kein Grund den Kopf für die politische Arbeit in den Sand zu stecken. Wir übertragen unsere politische Arbeit jetzt einfach in den digitalen Raum. Wir hoffen, dass die Landesarbeitsgemeinschaften oder der Kreisverbands-Stammtisch demnächst dann auch im digitalen Raum für Euch stattfinden.

Lasst uns hamstern: Lieder und Solidarität, Zuversicht und schöne Geschichten! Lasst uns gegenseitig auf Skype vorlesen. Lasst uns Bilder davon machen, wie wir leben wollen! Lasst uns ein Gedicht mailen! Geht behutsam miteinander um! Plant das Festival, auf dem wir uns treffen werden! Macht aus eurem Wohnzimmer eine Bühne und spielt euch was vor!

Wir spüren wahrscheinlich so deutlich wie nie zuvor, dass wir ohne Kunst und Kultur, ohne Bücher, Spiel und Mode, ohne Architektur, Straßenmusik, Konzerte und den kleinen Buchladen an der Ecke nicht leben können.

Wir lassen das nicht kaputt gehen.

Wir sind besser als das, was gerade passiert.

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