Bremens und Bremerhavens Biomüll sollte nicht mehr über 100 Kilometer nach Niedersachsen gekarrt werden
Bremen hatte 2018 die Verarbeitung von Biomüll aus der Braunen Tonne neu ausgeschrieben. Seitdem werden jährlich 23.000 bis 27.000 Tonnen Biomüll aus Bremen nach Bohmte in der Nähe von Osnabrück transportiert. Dies wollen die Grünen ändern und eine ökologischere Lösung finden. „Anfang der 2030er Jahre besteht die Möglichkeit, den Umgang mit Biomüll und auch mit Grünschnitt besser und eigenverantwortlich zu organisieren“, erklärt der umweltpolitische Sprecher der Grünen-Fraktion in der Bremischen Bürgerschaft, Ralph Saxe. „In der Rückschau war es keine gute Entscheidung, so auszuschreiben, dass die biologischen Müll-Wertstoffe so weit transportiert werden. Verschiedene andere Städte haben sich auch aus klimapolitischer Verantwortung dafür entschieden, eigene Biogasanlagen zu betreiben. Dies ist eine größere Maßnahme für den Klimaschutz, weil so große Mengen CO2 eingespart werden können. Auch aus Sicht des Umweltschutzes wäre es vorteilhaft.“
„Eine Biogasanlage in Bremen hätte das Potential, wirtschaftlich betrieben zu werden“, versichert Saxe. Dafür bedarf es einer Größenordnung von etwa 45.000 Tonnen. Diese Menge wäre gut erreichbar, wenn man zum Biomüll aus den Tonnen den Grünschnitt dazunimmt, der in Bremer Recyclinghöfen gesammelt wird und in großen Mengen auch in Parks, landwirtschaftlichen und gewerblichen Flächen oder auf den Deichen anfällt. „Eine Partnerschaft mit einem privaten Partner, der im Betrieb solcher Anlagen erfahren ist, wäre dabei sinnvoll. Potentielle Flächen, wo so eine kombinierte Anlage für Biogas und zur Kompostierung ohne nachbarschaftliche Beeinträchtigung betrieben werden könnte, sollten möglichst bald identifiziert werden. Dieses Projekt passt bestens in unsere Zeit, wo Biogas ein wertvoller Stoff ist und wir mehr tun müssen, um unsere klimapolitischen und umweltpolitischen Ziele zu erreichen“, ergänzt Saxe. Die grüne Bürgerschaftsfraktion hat einen entsprechenden Antragsentwurf in ihrer Klausur Ende Juni beschlossen und an die Koalitionspartner von SPD und Linken übermittelt.
In Bremerhaven wird der Bioabfall nicht in Braunen Tonnen gesammelt, sondern mit dem Restmüll zur Fernwärmeerzeugung verbrannt. Umwelt- und klimapolitisch ist das nicht vorteilhaft“, sagt Saxe. „Nur 18 von 10.747 Kommunen in Deutschland verbrennen so ihren Biomüll. Bremerhaven wollte den Einsatz einer braunen Tonne in dieser Legislaturperiode prüfen, was bislang nicht geschehen ist. Vielleicht könnte eine gesamtbremische Biogasanlage mit Kompostaufbereitungsanlage ein spannendes gemeinsames Projekt sein“, schlägt der Grünen-Politiker vor.