‚Seute Deern‘: Erinnerungsstücke für Menschen zugänglich machen

Die schon lange marode ‚Seute Deern‘ ist nach dem Brand und ihrer Havarie im Spätsommer ein Totalschaden. Die Außenhaut, der Kiel und der Unterraum sind völlig zerstört, die tragenden Spanten und Decksbalken zu über 80 Prozent. Das geht aus einem detaillierten Gutachten hervor, das die Einschätzung eines ersten Gutachtens untermauert: Für den Dreimaster ist nur noch das Abwracken sinnvoll. Heute muss der Stiftungsrat des Deutschen Schifffahrtsmuseums eine Entscheidung treffen. Dazu erklärt die wissenschaftspolitische Sprecherin der Grünen, Solveig Eschen, im Vorfeld: „Wir wissen um die hohe Identifikation der Menschen in Bremen und Bremerhaven mit der ‚Seute Deern‘. Viele haben schöne Erinnerungen an die Bark, weil sie dort geheiratet haben oder das Schiff bei gemeinsamen Familienausflügen erkundet haben. Die Ergebnisse von zwei Gutachten sind aber leider eindeutig. Wir müssen akzeptieren, dass die ‚Seute Deern‘ nicht zu retten ist. Wir gehen davon aus, dass der nicht mehr transportfähige Dreimaster an Ort und Stelle rückgebaut wird. Zuvor sollten aber aus unserer Sicht Erinnerungsstücke gerettet und zum Teil als Ausstellungsstücke bewahrt sowie zum Teil zu Gunsten des Schifffahrtsmuseums versteigert werden. Damit würde die ‚Seute Deern‘ sinnbildlich in die Stadt getragen und der hohen Verbundenheit der Menschen mit der ‚Seute Deern‘ Rechnung getragen. Zugleich würde dies Einnahmen für das Museum ermöglichen. Auf die Tagesordnung gehört außerdem, wie es mit dem Museumshafen weitergeht. Allein den Sanierungsbedarf der Schiffe bewerten zu lassen, reicht nicht aus. Das Deutsche Schifffahrtsmuseum ist gefordert, ein tragfähiges Konzept zu erarbeiten. Das Museum muss sich Gedanken machen, wie und in welcher Trägerform die Traditionsschiffe erhalten bleiben können. Dazu bedarf es einer breit angelegten Diskussion mit allen relevanten Akteuren.“

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