Wissenschaft

Jacobs University: Chance für Entwicklungsperspektive ohne öffentliche Gelder

Die Jacobs University Bremen (JUB) soll nach dem Ausstieg ihres wichtigsten Geldgebers, der Jacobs Foundation, ohne staatliche Finanzhilfen neu aufgestellt werden. Ein Betreiberkonsortium mit dem deutschen Software-Riesen SAP, dem chinesischen Softwareentwickler Neusoft und dem Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) will aus der Universität ein Zentrum für Künstliche Intelligenz (KI) machen. Statt vieler verschiedener Studiengänge sollen sich Lehre und Forschung künftig auf diesen Bereich konzentrieren. Garantiert wird vom Betreiberkonsortium dabei, dass alle bisherigen Studierenden ihre Ausbildung noch beenden können. Der Senat hat diese Pläne am Dienstag mit einem Beschluss auf den Weg gebracht. Dazu erklärt die wissenschaftspolitische Sprecherin Solveig Eschen: „Mit diesem Beschluss wird das Ende der bisherigen JUB eingeläutet und zugleich ein neues Kapitel für den Wissenschaftsstandort Bremen-Nord aufgeschlagen. Die Privatuni konnte für ihr bisheriges Modell kein wirtschaftlich tragfähiges Zukunftskonzept vorlegen, weitere Hilfe aus dem Haushalt kann Bremen sich auch mit Blick auf die öffentlichen Hochschulen nicht leisten. Mit dem KI-Konsortium hat die JUB nun eine echte Entwicklungsperspektive. Das kann den Wissenschaftsstandort in einem zukunftsträchtigen Bereich stärken und den Strukturwandel in Bremen-Nord voranbringen.“

Die Grünen weisen zugleich darauf hin, dass noch einige offene Fragen und Details zu klären sind. „Neben der erfreulichen Garantie für Studierende, ihr Studium an der JUB zu Ende bringen zu können, sind auch Lösungen für das aktuelle Personal nötig. Eine inhaltliche Ausrichtung hin zur Künstlichen Intelligenz sowie die Kooperation von SAP und DFKI mit dem chinesischen Unternehmen Neusoft erfordern zudem einen engen Austausch zwischen dem Konsortium und dem Land Bremen. Dabei müssen Fragen wie zum Beispiel ethische Aspekte der KI, Wissenschaftsfreiheit und der Umgang mit Technologie-Wissen im internationalen Kontext beraten werden. Noch eingehender geprüft werden müssen Fragen zum Erwerb des Campus-Geländes durch Bremen sowie zum Umgang mit den Grundstücken auf dem Oeversberg, die von großer Bedeutung für die ansässigen Sportvereine sind“, betont Solveig Eschen.

Neuste Artikel

Queerpolitik

Latzel-Prozess: Glaubensfreiheit ist kein Freifahrtschein für Volksverhetzung

Sportpolitik

Sanierung der Uni-Sportstätten in Bremen nimmt Fahrt auf

Innenpolitik

Rechte Strukturen bei der Feuerwehr: Grüne fordern Sonderbeauftragte*n

Ähnliche Artikel