Kultur

Bremen erklärt 8. Mai zum Gedenktag und will bundesweiten Feiertag

Bremen setzt sich dafür ein, dass der 8. Mai als Tag der Befreiung vom Nationalsozialismus und der Beendigung des Zweiten Weltkrieges in Europa zum bundesweit einheitlichen Feiertag wird. Bis es soweit ist, macht die Hansestadt den 8. Mai zum staatlich anerkannten Gedenktag. Eine entsprechende Änderung des Sonn- und Feiertaggesetzes hat die Regierungskoalition nun auf Initiative der Grünen ins Parlament eingebracht. Damit erhalten Arbeitnehmer*innen in Bremen und Bremerhaven den grundsätzlichen Anspruch, sich für die Teilnahme an Gedenkveranstaltungen, Diskussionen oder auch Demokratie-Festen am 8. Mai freinehmen zu dürfen. Dazu erklärt Kai Wargalla, Sprecherin für Strategien gegen Rechtsextremismus: „Der 8. Mai war ein Tag der Befreiung, der ein demokratisches Deutschland nach den nationalsozialistischen Verbrechen erst ermöglicht hat. Der 8. Mai mahnt uns, die NS-Verbrechen niemals zu relativieren. Wir unterstützen mit dieser Initiative die Forderung der Auschwitz-Überlebenden Esther Bejarano, den 8. Mai zum bundesweiten Feiertag zu erklären. Bis es soweit ist, gehen wir mit einem Gedenktag in Bremen und Bremerhaven voran. Ich wünsche mir, dass der Gedenktag dazu beiträgt, die Erinnerung und Auseinandersetzung mit den schrecklichen Menschheitsverbrechen des Nationalsozialismus fest in unserer Gesellschaft zu verankern. Und zwar überall – zuhause in den Familien, in den Betrieben und auch in den Schulen. Es gilt, der Opfer zu gedenken, aber auch zu verstehen, wie das passieren konnte und welche Verantwortung jede*r Einzelne von uns für eine friedliche Zukunft trägt. Dies ist umso wichtiger, weil die Zeitzeug*innen immer weniger werden. Ihre unfassbar wichtige Erinnerungsarbeit müssen wir aufrechterhalten und weiterführen. Dies gilt erst recht in der heutigen Zeit, in der wir gleichzeitig der Geschichtsvergessenheit und dem Menschenhass von Rechts entschieden entgegentreten müssen. Eine Demokratie zeichnet es aus, dass wir uns kritisch auseinandersetzen mit der verbrecherischen Seite unserer eigenen Geschichte, dem Faschismus in unserem Land – damals wie heute. Damit so etwas nie wieder passiert. Das ist für immer unsere Verantwortung.“

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