Verhaltenskodex für unsere Zusammenarbeit im Landesverband

Unser Ziel ist eine respektvolle, wertschätzende, konstruktive und
diskriminierungskritische Zusammenarbeit innerhalb des Landesverbandes BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Bremen. Die folgenden Grundsätze sollen für alle Mitglieder, Amts- und Mandatsträger*innen und Beschäftigten handlungsleitend sein:

Wertschätzender Umgang

Als BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Bremen stehen wir gemeinsam für unsere Werte ein, arbeiten im Team und begreifen uns als Ganzes in unserer Zusammenarbeit. In unserem Miteinander pflegen wir einen respektvollen, wertschätzenden und verantwortungsvollen Umgang. Das gilt für die Kommunikation in Präsenz und in digitalen Räumen. Empathie ist unser Leitgedanke.

Wir kommunizieren unsere eigenen Perspektiven, Grenzen und Bedürfnisse. Wir sind aufgeschlossen gegenüber der Vielfalt an Perspektiven und Bedürfnissen anderer. Wir zeigen uns offen für deren Feedback. Wir formulieren Kritik fair und konstruktiv. Wir übernehmen Verantwortung für die eigenen Worte und das eigene Handeln.

Diskriminierungskritischer Umgang

Wir setzen uns für Vielfalt und Inklusion auf allen Ebenen ein. Dabei sind wir uns der Tatsache bewusst, dass Sprache Denk- und Handlungsmuster prägt und Ausschlüsse verursachen kann. Wir achten auf diskriminierungssensible Sprache und eine angemessene Diskussionskultur.

Wir sind uns bewusst, dass wir mit Verhaltens- und Denkmustern aufgewachsen sind, die Benachteiligungen aufrechterhalten. Wir weisen einander wertschätzend darauf hin, wenn wir Diskriminierungen reproduzieren. Wir lernen gemeinsam, diskriminierungskritisch zu sein und zu kommunizieren. Dabei setzen wir auf Empathie und Offenheit gegenüber anderen Perspektiven.

Menschen können beispielsweise aufgrund des Geschlechts, rassistischer Zuschreibungen, der sozialen Herkunft, der äußeren Erscheinung, des Alters, der sexuellen Orientierung, Religion oder Weltanschauung, aufgrund von Behinderungen oder wegen anderer Umstände und Zuschreibungen diskriminiert werden. Wir erkennen Diskriminierungserfahrungen an und versuchen daraus zu lernen, um Verbesserungen zu bewirken. Wir bekennen uns zu quotierten Redelisten auf allen Ebenen Wir pflegen eine Fehlerkultur, in der wir positiv mit Fehlern umgehen und aus diesen lernen. Wir nutzen dazu Schieds- und Schlichtungsorgane, um mögliches Fehlverhalten zu klären und aufzuarbeiten.

Aufgeschlossener Umgang

Unsere politische Arbeit ist von einer respektvollen, offenen und aufgeschlossenen Debattenkultur geprägt, die auf sachlichen Argumenten basiert. In Prozessen zur innerparteilichen politischen Meinungsbildung versuchen wir, eine gemeinsame Position zu finden. Vertrauliche interne Debatten sind wichtig für unseren offenen innerparteilichen Diskurs. Wir verstehen uns als Gemeinschaft und stehen hinter Beschlüssen, die wir treffen. Wir stellen Meinungsunterschiede wertschätzend dar und akzeptieren, dass auch unterschiedliche Positionen nebeneinander stehen können.

Lösungsorientierter Umgang mit Konflikten

In Konfliktsituationen diskutieren wir wertschätzend, sachlich und lösungsorientiert, um eine gemeinsame Verständigung zu ermöglichen und Konflikte zu klären, bevor sie zu dauerhaften Problemen führen. Bitten um Entschuldigung beruhen auf Einsicht und Verständnis und wir sprechen sie bewusst aus.

Zur Klärung von andauernden Konfliktsituationen setzen wir auf vermittelnde Gespräche und Mediation. Dabei unterscheiden wir zwischen politischen Meinungsverschiedenheiten, zwischenmenschlichen Konflikten, Diskriminierung, Belästigung und Machtmissbrauch. Wir binden bei Bedarf die Schieds- und Schlichtungsorgane mit ein.

Verantwortungsvoller Umgang

Wir sind uns unserer jeweiligen Rollen bewusst und wissen, dass die Partei – auch wenn sie durch ehrenamtliches Engagement getragen wird – für uns alle ein professioneller Kontext ist. Uns ist klar, dass unsere politische Arbeit von spezifischen Macht-, Hierarchie- und Vertrauensverhältnissen geprägt ist. Dies erfordert unsere besondere Aufmerksamkeit. Wir reflektieren unsere eigenen Rollen in diesen Strukturen.

Wir gestalten aktiv ein Umfeld mit, das die Wahrung der Persönlichkeitsrechte und die gegenseitige Achtung an die erste Stelle setzt. Wir legen Interessenkonflikte offen und finden einen konstruktiven Umgang mit ihnen.

Wir setzen uns gemeinsam gegen Machtmissbrauch und grenzüberschreitendes Verhalten ein, einschließlich Mobbing, Diskriminierung, sexueller Belästigung und sexualisierter Gewalt sowie jede andere Form von unethischem Verhalten. Wir dulden keine Beleidigungen, Drohungen, Beschimpfungen oder Kommentare, die anderen schaden oder verletzen. Bei derartigen Vorfällen zeigen wir Zivilcourage und bieten Betroffenen unsere Unterstützung an. Betroffene ermutigen wir, grenzüberschreitendes Verhalten nicht hinzunehmen, sondern sich bei den zuständigen Schieds- und Schlichtungsorganen zu melden. Betroffene dürfen durch ihre Meldung keine Nachteile erfahren. Die Aufarbeitung und Klärung von Meldungen führen wir ohne Vorverurteilung aller beteiligten Personen durch. Meldungen werden vertraulich und zeitnah bearbeitet.

beschlossen auf der Grünen Landesmitgliederversammlung am 5. September 2026