Energiekrise erreicht Luftfahrt: Lufthansa bringt Standort Bremen in schwere Turbulenzen

Pressemitteilung der Fraktion in der Bremischen Bürgerschaft

Der Bremer Airport ist Passagier- und Werksflughafen zugleich – und braucht ein dauerhaft tragfähiges Geschäftsmodell, wenn sich die Fluggewohnheiten verändern.

Die Lufthansa hat angekündigt, die Flugverbindung Bremen-Frankfurt ab dem 1. Juli vollständig einstellen zu wollen. Für Emanuel Herold, Fraktionsvorsitzender und wirtschaftspolitischer Sprecher der grünen Bürgerschaftsfraktion, wäre ein solcher Schritt gleich mehrfach folgenreich für den Standort Bremen: „Der Flughafen Bremen ist für unser Bundesland eine essenzielle Wirtschaftsinfrastruktur. Ohne die Verbindung nach Frankfurt würde die Anbindung des Standorts an das Langstreckennetz leiden. Das wäre für bremische Unternehmen und Wissenschaftseinrichtungen ein klarer Verlust, auch wenn weiter bestehende Anbindungen zu anderen Hubs – wie München, Zürich, Wien oder Istanbul – die negativen Folgen noch halbwegs dämpfen.“

Dramatischer könnten die Auswirkungen auf den Flughafen selbst ausfallen, so Herold: „Bremens Airport befindet sich seit mehreren Jahren auf einem Sanierungs- und Umstrukturierungskurs. Dabei hat die Geschäftsführung des Flughafens schon einige Erfolge erzielt. Ein Umsatzverlust durch den Wegfall seiner zweitwichtigsten Verbindung würde den Flughafen Bremen empfindlich treffen.“

Die Kerosinkosten sind seit Beginn des Iran-Kriegs etwa um das Doppelte gestiegen. Da kein Ende des Konflikts in Aussicht ist, drohen noch weitere Preissteigerungen, die den Luftverkehrsmarkt massiv beeinträchtigen könnten: „Bei einer echten Treibstoffkrise, die manche Experten schon für diesen Sommer befürchten, werden viele Flughäfen massiv in Schieflage geraten. Im Falle einer akuten Treibstoffkrise könnten staatliche Hilfen für den Standort in Erwägung gezogen werden. Darüber muss mit den anderen betroffenen Standorten und der Bundesregierung gesprochen werden. Auch angesichts der klimafreundlichen Verlagerung von Kurzstreckenflügen auf die Schiene muss für den Bremer Flughafen, der Passagier- und Werksflughafen zugleich ist, ein dauerhaft tragfähiges Geschäftsmodell gefunden werden.“