Soziale Segregation bei der Unterbringung von Geflüchteten in Bremen beenden

In Bremen entstehen aktuell zwei neue Unterkünfte für geflüchtete Menschen, eine in
unmittelbarer Nähe des Hauptbahnhofs und eine weitere in der Neustadt.

Bereits jetzt zeigt sich, dass geflüchtete Menschen in Bremen überproportional häufig
in strukturschwachen Stadtteilen untergebracht werden. Dies betrifft sowohl
Erstaufnahmeeinrichtungen als auch Übergangswohnheime. Strukturstarke Stadtteile
hingegen beteiligen sich bislang wenig an der Unterbringung. Diese ungleiche
Verteilung führt zu sozialer Segregation, drängt geflüchtete Menschen systematisch an
den Rand der Stadtgesellschaft und erfordert eine Ausweitung der Ressourcen in den
Stadtteilen.

Integration gelingt jedoch nicht im Abseits. Sie braucht gerechte Chancen, soziale
Durchmischung, eine leistungsfähige Infrastruktur, gute Bildungsangebote und echte
gesellschaftliche Teilhabe. Gerade diese Voraussetzungen sind in vielen
strukturschwachen Stadtteilen nur eingeschränkt vorhanden. Eine weitere Konzentration
von Unterkünften verschärft bestehende Problemlagen. Schulen und Kitas sind
überlastet, Beratungs- und Begegnungsangebote fehlen, Perspektiven für alle
Bewohner*innen werden knapper. Das erzeugt Frust, Konkurrenz um Ressourcen und
gesellschaftliche Spaltung.

Die Mitgliederversammlung der GRÜNEN Bremen fordert deshalb:

  •  Die Unterbringung von geflüchteten Menschen muss künftig gerecht auf alle
     Stadtteile verteilt werden. Strukturstarke Stadtteile müssen ihrer Verantwortung
     ebenfalls nachkommen.
  •  Zur Förderung sozialer Durchmischung soll zunächst der Bau von
     Übergangswohnheimen vorrangig in strukturstarken Stadtteilen geprüft und bei
     positiven Ergebnissen umgesetzt werden.
  •  Darüber hinaus ist für die Standortplanung von Übergangswohnheimen, Wohngruppen
     für junge Geflüchtete und Zugang zu langfristigem, eigenem Wohnraum, ein sozial
     ausgewogener Verteilungsschlüssel für alle Stadtteile einzuführen.
  •  Unabhängig vom Standort der Unterkünfte müssen Beratungs-, Bildungs- und
     Begegnungsangebote stadtweit gezielt ausgebaut werden, um Teilhabe zu sichern
     und soziale Spannungen zu vermeiden.


beschlossen auf der Landesmitgliederversammlung von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Bremen, 18.04.2026