Kompetent, geschützt und selbstbestimmt: Grüne fordern Gesamtkonzept für Medienkompetenz

Pressemitteilung der Fraktion in der Bremischen Bürgerschaft

Die Grünen-Fraktion in der Bremischen Bürgerschaft will die Medienkompetenz von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen in Bremen stärken und hat dazu ein umfassendes Positionspapier beschlossen. Franziska Tell, kinder- und bildungspolitische Sprecherin der Grünen, erklärt dazu: „Es geht dabei nicht um eine Beschränkung der Digitalisierung des Alltags, der Bildung und der Jugendkulturen – sondern darum, alle Kinder und Jugendlichen früh und nachhaltig fit zu machen, digitale Medien und Werkzeuge kompetent, verantwortungsvoll und selbstbestimmt zu nutzen – und das gerade nicht erst ab 15 Jahren. Digitalität ist lebenslanges Lernen und Neulernen. Pauschale Nutzungsverbote und Altersgrenzen reichen dafür nicht aus. Sie müssen durch umfassende Maßnahmen ergänzt werden – zur Medienkompetenz aller Nutzer*innen und zur Regulierung der großen Kommunikationsanbieter und Tech-Konzerne.“

Medienkompetenz ist Daseinsvorsorge

Digitale Medien sind fester Bestandteil der Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen – dazu gehören Spiele ebenso wie Informations- und Lernmöglichkeiten, Kommunikationsplattformen und kulturelle Angebote wie Filme und Bücher. „Die digitalen Angebote und Möglichkeiten wandeln sich schneller und grundlegender, als dass man sie allein mit einem derzeit pointiert diskutierten ‚Social Media Verbot‘ und strengen Altersgrenzen wirklich effektiv blockieren könnte. Denn wann aus einem Spiel oder einer Nachrichtenseite über Chats ein Soziales Netzwerk entsteht, das liegt allein in der Macht der Anbieter. Die rasante Entwicklung von Künstlicher Intelligenz, ihr Einsatz und ihre Nutzung stellen uns alle vor riesige praktische, mentale und kognitive Herausforderungen“, erläutert Tell. „Kinder und Jugendliche beherrschen die digitalen Kulturtechniken als ‚Digital Natives‘ oft umfassender, schneller und intuitiver als Erwachsene – das macht sie als Nutzer*innen und Kund*innen für die Konzerne so interessant. Wir müssen ihnen – und auch allen Erwachsenen, insbesondere Eltern und Lehrer*innen – viel mehr Möglichkeiten geben, die Digitalisierung aller Lebensbereiche selbstbewusst, kreativ und gesund zu nutzen und mitzugestalten.“

Verbote und Regeln vor allem für die Tech-Konzerne

„Medienkompetenz ist Daseinsvorsorge. Sie ist eine Schlüsselqualifikation für gesellschaftliche Teilhabe, Bildungsgerechtigkeit und demokratische Resilienz. Sie umfasst kritisches Denken, den Schutz der eigenen Daten, den Umgang mit Desinformation sowie die Achtung psychischer Gesundheit. Dazu gehören deshalb auch Regeln und Verbote – vor allem für die Anbieter: Die Marktmacht und die Geschäftspraktiken der großen Tech- und Kommunikations-Konzerne müssen rechtlich und praktisch begrenzt werden: Manipulative Algorithmen, suchtverstärkende Mechanismen und intransparente Strukturen auf inhaltlicher oder wirtschaftlicher Ebene gehören gerade nicht zur Daseinsvorsorge – sie müssen mindestens transparent sein, wirksam reguliert und demokratisch kontrolliert werden“, betont die Medien- und Kinderpolitikerin Tell den zu schaffenden Rahmen.
 

Die konkreten Forderungen der Grünen-Fraktion finden Sie imPositionspapier „Kompetent, geschützt und selbstbestimmt: Medienkompetenz von Kindern, Jugendlichen und Erziehungsberechtigten im Land Bremen stärken – jetzt ein Gesamtkonzept entwickeln“ unter diesem Link.