Queerfeindliche Gewalt darf in Bremen keinen Platz haben. Die Polizei sucht noch Zeugen.
Solveig Eschen, stellvertretende Fraktionsvorsitzende und Sprecherin für Geschlechterpolitik von Bündnis 90 / Die Grünen in der Bremischen Bürgerschaft:
„Wir verurteilen den Angriff aufs Schärfste und sind mit unseren Gedanken bei der betroffenen Frau und ihrer Begleiterin. Wir stehen entschlossen gegen geschlechtsspezifische Diskriminierung, Gewalt und Queerfeindlichkeit ein. Transfeindliche Beleidigungen und Gewalt dürfen in Bremen keinen Platz haben. Leider erleben wir derzeit, dass Hassrede und Gewalt gegen trans* Personen zunehmen. Wir machen uns als Grüne weiter stark für eine Gesellschaft, in der alle Menschen unabhängig von ihrer geschlechtlichen Identität sicher und selbstbestimmt leben können. Die Ermittlungsbehörden, die noch Zeugen des Vorfalls in der belebten Innenstadt suchen, müssen jetzt schnell und umfassend aufklären.“
Kai Wargalla, queerpolitische Sprecher*in der Grünen-Fraktion:
„Als Erstes möchte ich den Betroffenen viel Kraft wünschen nach dieser schrecklichen Erfahrung. Queerfeindliche Gewalt hat immer auch zum Ziel queere Menschen insgesamt als Gruppe zu treffen. Sie soll queere Menschen einschüchtern und verunsichern. Trans* Personen sind dabei besonders oft von Angriffen betroffen. Hasskriminalität gegen queere Menschen steigt bundesweit an, gleichzeitig ist das Dunkelfeld besonders hoch. Wir begrüßen die Einrichtung einer regelmäßigen queersensiblen Anzeigenaufnahme bei der Polizei Bremen, die sehr gut angenommen wird. Zudem unterstützen wir die Forderung der Grünen-Bundestagsfraktion, die Empfehlungen des Arbeitskreises zur „Bekämpfung homophober und transfeindlicher Gewalt“ im Auftrag der Innenministerkonferenz umzusetzen: Dazu gehört eine bundesweite Meldestelle für queerfeindliche Straftaten, um queerfeindliche Hasskriminalität besser zu erfassen. Auch in Bremen werden queerfeindliche Vorfälle in der PMK-Statistik („Politisch motivierte Kriminalität“) noch viel zu oft unter „Sonstiges“ einsortiert – eine bundesweite Meldestelle mit Queerkompetenz könnte helfen, hier nachzuschärfen und klarer zu werden.“