Die Beiratsfraktion in Walle und die Bürgerschaftsfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN setzen sich für eine Kompromisslösung bei der Bebauung des Waller Wieds ein. Während der dringende Bedarf an neuen Schulplätzen anerkannt wird, darf die notwendige Stadtentwicklung nicht auf Kosten wichtiger Grünflächen erfolgen.
Die aktuelle Planung des Senats sieht eine vollständige Bebauung des Heimatgrüns im Waller Wied mit einer sechszügigen Schule und einer Dreifeld-Turnhalle vor. Angesichts der Hitzeaktionsplanung und der bereits jetzt problematischen Versorgung der Überseestadt mit Grünflächen ist dies nicht tragbar. Stattdessen unterstützen die Grünen den Vorschlag der Bürgerinitiative für eine zweigeteilte Lösung: Die Turnhalle soll auf dem Heimatgrün des Waller Wieds errichtet werden, während die Schule auf dem gegenüberliegenden GAV-Gelände Platz findet, dem Erhalt der kühlenden Wirkung des Heimatsgrüns sei dabei höchste Priorität einzuordnen.
„Grünflächen in der Stadt sind nicht nur Erholungsräume, sondern auch essenziell für das Stadtklima. Gerade in Zeiten zunehmender Hitzebelastung müssen wir sorgfältig abwägen, wo wir bauen. Der Vorschlag der Bürgerinitiative stellt einen sinnvollen Kompromiss dar: Er ermöglicht die dringend benötigten Schulplätze, erhält aber einen wichtigen Teil des Waller Wieds als grüne Lunge der Überseestadt. Der Senat muss diesen Vorschlag sorgfältig prüfen“, betont Ralph Saxe, umweltpolitischer Sprecher der Grünen Bürgerschaftsfraktion.
Auch die Waller Beiratsfraktion spricht sich für eine Lösung aus, die sowohl den Bildungsbedarf als auch die ökologischen Belange berücksichtigt. Maike-Sophie Mittelstädt, Fraktionsvorsitzende Bündnis 90/Die Grünen Beirat Walle erklärt dazu: „Wir müssen hier die Bedürfnisse aller Akteur*innen einbeziehen: Eine Schule und eine Turnhalle sind notwendig, aber sie dürfen die letzte größere Grünfläche in diesem Bereich nicht vollständig zerstören. Eine Zwischenlösung für Container-Schulstandort kann an einem anderen Baufeld in der Überseestadt gefunden werden, eventuell findet sich auch noch ein gänzlicher anderer Standort für die Schule, die mögliche Aufteilung der Bauprojekte und einer nachhaltigen Planung, inklusive Dach- und Fassadenbegrünung sowie eines öffentlich zugänglichen Schulgartens, wäre für uns in Walle ein möglicher Kompromiss.“
Die Grünen fordern den Senat auf, diese Lösung ernsthaft zu prüfen und gemeinsam mit allen Beteiligten eine nachhaltige Entscheidung für den Stadtteil zu treffen.