„Rechtsextremismus im Sport – Netzwerke, Gewaltprävention und Strategien“

Wednesday, 10. February 2021Von: 18:00 Bis: 20:00 Uhr per Videokonferenz

Seit Aufkommen der Ultras in den 1990er Jahren haben rechte Hooligans in vielen Stadien die Hegemonie in den Fankurven verloren. Ihre Netzwerke bestehen aber weiter. Auch in Bremen ist die rechtsextremistische Szene eine latente Bedrohung im Fußball. Gleichzeitig beobachten wir mit Sorge, dass Hooligans und Neonazis sich auch in der Kampfsportszene Strukturen schaffen. Besonders auffällig ist hier der Bereich Mixed Martial Arts (MMA). Die Vollkontakt-Kampfsportart ist ein wachsender Sportbereich, wird in privaten „Gyms“ betrieben und ist in diversen Verbänden organisiert. MMA verbindet Kampfkünste, wie etwa Ringen, Kickboxen, Karate und Muay Thai miteinander. Aufgrund der Ähnlichkeit zum „Straßenkampf“ ist diese Sportart auch für Rechtsextremisten*innen attraktiv. Neonazis veranstalten in diesem Bereich eigene Kampfsportevents, wie z.B. den „Kampf der Nibelungen“, der im Oktober 2019 unter Mitwirkung des Bundesverfassungsschutzes erstmalig untersagt wurde. Nichtdestotrotz ist die Kampfsportszene keineswegs per se rechtsextrem.
Viele Akteur*innen wollen sich ihre Sportart zurückerobern und etwas gegen das teilweise schon entstandene schlechte Image unternehmen. Dazu bedarf es nicht zuletzt der Unterstützung aus der Gesamtgesellschaft und seitens der Politik!

Um sich dem Thema anzunehmen, veranstaltet die Grüne Bürgerschaftsfraktion am 10. Februar eine Podiumsdiskussion mit Expert*innen und widmen uns dabei u.a. den folgenden Fragen:

  • Welche Strategien gegen rechte Strukturen und Menschenfeindlichkeit benötigen wir im Sport im Allgemeinen und insbesondere im Fußball und MMA?
  • Welche Probleme haben wir vor Ort in Bremen? Welche Maßnahmen ergreifen die Politik, die Sportverbände und -vereine?
  • Wie kann Politik Vereine, Sporttreibende und (anti-rassistische) Faninitiativen effektiver unterstützen?
  • Sollte MMA perspektivisch im Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) organisiert sein? Welche Erkenntnisse und Probleme gibt es diesbezüglich in Bremen?

Format: Digitale Podiumsdiskussion über „Zoom“ inkl. Live-Stream, Zugangsdaten folgen spätestens Anfang Februar

Moderation: Mustafa Öztürk, Sprecher für Sport der grünen Bürgerschaftsfraktion

Podiumsgäste:

  • Kai Wargalla, Sprecherin für Strategien gegen Rechtsextremismus der grünen Bürgerschaftsfraktion
  • Ronny Blascke, Sportjournalist und Autor,
  • Nathalie Vogl, Mitarbeiterin beim Fanprojekt
  • Karoline Müller, Geschäftsführerin des Bremer Landessportbundes
  • Henning Bode, Bremer MMA-Kämpfer und Trainer und Inhaber des Grapple&Strike
  • Clemens Werner, Präsident des German Mixed Martial Arts Federation e.V.