Soziales: Unsere Bilanz

Thema 1: Geflüchtete und Integration
Der Beginn der Legislatur war klar geprägt von der Aufnahme von Flüchtlingen – und das in historischen Dimensionen. Rund 19.000 Menschen haben wir seit 2015 in Bremen eine neue Heimat gegeben, vor allem Geflüchteten aus Syrien, Afghanistan, Iran, Irak Darunter aber auch rund 3.000 Jugendlichen, die eine hoffnungsvollere Zukunft suchen, viele aus den Ländern Westafrikas, aber auch aus Afghanistan und Syrien.

Wir haben das Unterbringungssystem in kurzer Zeit dramatisch ausgeweitet und dann allmählich wieder abgebaut, sodass es jetzt zukunftssicher aufgestellt ist. Heute haben wir Platz für rund 4.000 Menschen in unseren Wohnheimen, wo inzwischen auch nachziehende Familienangehörige vorübergehend unterkommen. Zu unserem Portfolio gehören auch zwei Wohnheime speziell für Frauen und Kinder, und wir haben ein Gewaltschutzkonzept für alle Unterkünfte erarbeitet.

Die meisten Geflüchteten leben heute in einer eigenen Wohnung. Das haben wir mit Wohnraumvermittlerinnen und -vermittlern unterstützt, weil Integration nur funktioniert, wenn die Menschen sich im Stadtteil begegnen – im Kindergarten, in der Schule, im Supermarkt. Wir haben Ansprechstellen geschaffen für Geflüchtete, die in ihren Wohnungen im Quartier angekommen sind, aber noch Unterstützung beim Einleben brauchen: Der Besuch beim Arzt, Behördengänge, die Anforderungen von Schule und Kindergarten – hier unterstützen Sprach- und Integrationsmittler und die Stellen „Ankommen im Quartier“.

Wir haben mehrere Integrationskonzepte aufgelegt, um Personal und Geld für diese Herausforderungen zu beschaffen und so das Fundament für nachhaltige Integration zu schaffen. Über die Sprachkurse des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge hinaus, die nur eine Teilgruppe der Geflüchteten erreichen, haben wir eigene Sprachkurse aufgelegt. Allein 2018 haben wir damit 1.200 Menschen erreicht, rechnerisch fast so viele wie wir in Bremen aufgenommen haben (1.368). Wir fördern darüber hinaus Projekte der Begegnung in der Zivilgesellschaft, in Kunst, Kultur und Musik oder im Sport. Allein 2018 wurden 114 ehrenamtliche Projekte gefördert, davon 37 mit dem Schwerpunkt Sprache, zum Beispiel in Sprachcafés. Die zahllosen ehrenamtlichen Unterstützungsangebote konnten wir in einer professionell geleiteten Struktur koordinieren. Und spezielle Projekte beim Bremer Jugendring und im Lidice-Haus haben die Begegnung von Jugendlichen gefördert.

Thema 2: Zusammenleben in Bremen
Die Gesellschaft altert, Pflege und Unterstützung zu Hause gewinnen zunehmend an Bedeutung. So haben wir die Standorte der Aufsuchenden Altenarbeit verdoppelt und unterstützen Menschen so in ihrem Wunsch, so lange wie möglich in der vertrauten Umgebung zu leben. Im Wohn- und Betreuungsgesetz haben wir unter anderem verpflichtende Gewaltschutzkonzepte verankert und den Personalschlüssel für Pflegeeinrichtungen in der Nacht verbessert. Eine Kraft ist jetzt für maximal 40 Personen zuständig – 20 Prozent weniger als bisher. Die Kapazitäten für die Ausbildung in der Pflege sind deutlich angehoben, und die „Pflege-Initiative“, in der Arbeitgeber- und Arbeitnehmer-Vertretungen zusammen mit den Interessenvertretungen die Arbeitsbedingungen in der Pflege verbessern wollen, ist von 14 auf 27 angewachsen.

Die Seniorenbegegnungsstätten sind in ihren Angeboten weiter ausdifferenziert und richten sich stärker an Gruppen aus, die sie bislang noch nicht so gut erreichen: junge Alte, Männer und Zuwanderer. Die Seniorenangebote für behinderte Menschen haben wir ausgeweitet und dabei vor allem die Wahlfreiheit gestärkt. Die Nachfrage nach geschulten Alltagsassistenten für haushaltsnahe Dienstleistungen und Betreuung wächst kontinuierlich, organisierte Nachbarschaftshilfe fördern wir seit 2017, auch finanziell.

Wir haben ein niedrigschwelliges Wohnangebot für wohnungslose Menschen mit psychischer Erkrankung eingerichtet, darin auch ein Krankenzimmer für Wohnungslose, die aus der Klinik entlassen werden.

Die Kinder- und Jugendhilfe ergänzt die Anstrengungen der Schulen auf dem Weg zur Vollinklusion mit finanziellen Mitteln in erheblichem Umfang. So übernehmen wir zunehmend die Mitverantwortung für den Schulerfolg von Schülerinnen und Schülern, die seelisch behindert oder von Behinderung bedroht sind. Schon im Vorschulalter haben immer mehr Kinder zudem Zugang zur interdisziplinären oder heilpädagogischen Frühförderung.

Auf Bundesebene haben wir maßgeblich am Bundesteilhabegesetz mitgewirkt, das die Weiterentwicklung des Rehabilitations- und Teilhaberechts für behinderte Menschen vorsieht. Die staatlichen Leistungen werden darin personenzentriert ausgerichtet und aus der Sozialhilfe herausgeführt. Dazu stellen wir unsere Dienste fachlich, personell und auch organisatorisch noch besser auf. Zu den Leistungen, die wir in diesem Bereich verbessern konnten, gehören neben der Frühförderung auch der erfolgte weitere sozialräumliche Ausbau der Frühberatung und die personelle Verstärkung der Erziehungsberatung.

Thema 3: Sport und Spiel
In die Sanierung von Sportstätten haben wir Jahr für Jahr weit über eine Million Euro investiert. Dazu gehören mehrere neue Kunstrasenplätze, die Sanierung von Laufbahnen auf den Bezirkssportanlagen, der Ausbau der Weitsprunganlagen auf Sportanlagen in Kunststoff auf mittlerweile 13 Anlagen, die Sanierung der Nichtschwimmergitter an den Badeseen sowie der Ausbau der Cricketanlage auf der Bezirkssportanlage Schevemoor. Das Bäderkonzept von 2014 haben wir weiterentwickelt und mit Geld hinterlegt, der  Beginn der Bauarbeiten in Horn steht unmittelbar bevor. Mit dem Konzept zur Erhöhung der Schwimmer-Quote haben wir alle Akteure zusammengeholt, um das Schwimmen für alle im Lande Bremen sicherer zu machen.

Die Investition in Spielgeräte auf öffentlichen Spielplätzen haben wir auf über eine Million Euro verdreifacht gegenüber 2015. Außerdem ist die Offene Jugendarbeit heute mit rund acht Millionen Euro deutlich besser ausgestattet als in der vergangenen Legislaturperiode.