Schwimmbäder

Während andere Städte Bäder schließen, werden in Bremen zwei neue, moderne Hallenbäder mit hohen energetischen Standards für insgesamt 39 Mio. € gebaut.[1]
Diese Mittel hat die Bürgerschaft in 2017 freigegeben: 25,3 Mio. € für den Neubau eines Kombibades und der Sanierung / des Umbaus des Freibades am Standort Horn und 13,7 Mio. € für den Ersatzneubau des Waller Westbades.

 

Wofür stehen diese Mittel zur Verfügung?

Standort Horn:
In der Summe wird das Horner Bad rund 4,2 Mio. € teurer als im Jahr 2014 kalkuliert. Die höheren Ausgaben gehen teils zurück auf allgemeine Baupreissteigerungen (rund 0,6 Mio Euro), teils sind weitergehende Baumaßnahmen die Ursache. Dazu gehören die veränderte Straßenanbindung, ein Kiosk, eine Wassergewöhnungstreppe für das Schulschwimmen, zusätzliche Technikflächen sowie eine Belüftungsanlage zur energetischen Optimierung wie auch anfangs nicht eingeplante Flächen für Zuschauer sowie Wettkampfrichter, damit das Bad nicht nur für Trainingszwecke genutzt werden kann, sondern auch für Wettkämpfe.

Die Kosten teilen sich wie folgt auf:

  • 19,5 Mio. € für die Halle
  • 4,6 Mio. € für den grundlegenden Umbau des abgängigen Freibades, für den ein umfassendes Bürgerbeteiligungsverfahren den gestalterischen Rahmen gesetzt hat
  • 1,2 Mio. € für zukünftige Verkehrsanbindung und Umgestaltung des Bad-Vorplatzes
    (zusätzlich 1,8 Mio. € für ein Kursbecken, das über die Bremer Bäder finanziert wird)

Ersatzneubau Waller Westbad:
Während der Freibadbereich des sanierungsbedürftigen Westbades in Walle unverändert bleibt, soll der Hallenbereich abgerissen und anschließend auf einem neu zugeschnittenen Grundriss wieder aufgebaut werden. Der Neubau des Waller Westbads wird mit 13,7 Millionen Euro kalkuliert. Darin enthalten ist auch die Fassadensanierung der im selben Gebäude befindlichen Eissporthalle. In die Immobilie sollen Passivhausfenster eingebaut werden sowie eine Lüftungswärmerückgewinnung. Die Abwärme aus den Kompressoren für die Eislauffläche soll zudem das Bad mit heizen. Insgesamt rechnen Techniker im Waller Bad mit einer Energieeinsparung von 75 Prozent gegenüber dem jetzigen Standard.

Aktueller Sachstand

Neubau Schwimmhalle und Sanierung/Neubau Freibad Horner Bad
Die Überprüfung der Kosten durch die Baufachtechnische Prüfungsstelle (BZP) bei der Senatorin für Finanzen ergaben wegen zusätzlicher Forderungen an den Brandschutz, wegen Baukostensteigerungen und einer Risikoreserve eine Erhöhung der Kosten um ca. 2 Mio. €. Diese zusätzlichen Mittel wurden von Senat, der Deputation für Sport und dem Haushalts- und Finanzausschuss freigegeben. Die aktuelle Kostenschätzung beläuft sich auf 27,4 Mio. €

Der Baubeginn musste verschoben werden und steht nun bevor, das Ende der Baumaßnahme war ursprünglich für das Hallenbad im Winter 2020, für das Freibad im Sommer 2021 geplant. Das Ende der Maßnahme wird nun voraussichtlich ½ Jahr später sein.

Die Baugenehmigung und der Zuwendungsbescheid wurden Ende Februar 2019 erteilt, die Gewerke wurden im Anschluss ausgeschrieben.

Ersatzneubau Waller Westbad
Nach Baugrunduntersuchungen gibt es eine Bauverzögerung von mindestens einem Jahr und höhere Kosten. Ursprünglich sollte der Keller des jetzigen Bades für die technischen Anlagen des Neubaus erhalten bleiben. Ein erstes Baugrundgutachten hat gezeigt, dass der Baugrund nicht die erwartete Tragfähigkeit besitzt und zudem der Grundwasserspiegel deutlich höher liegt als erwartet. Laut Gutachten ist eine Pfahlgründung erforderlich. Das Projekt musste daher im Herbst 2018 neu ausgeschrieben werden.

Im Zuge der Neuausschreibung wurden die bisherigen Planungen überarbeitet. Anregungen aus Bürgerveranstaltungen und von Beiräten, Vereinen etc. wurden teilweise berücksichtigt. Die Wasserfläche im Lehrschwimmbecken soll gegenüber den ursprünglichen Planungen von 75 auf 100 m2 ausgeweitet werden. Ein zusätzlicher Hubboden erweitert die Nutzungsmöglichkeiten des großen Beckens für Nichtschwimmer, außerdem soll es einen vergrößerten Eltern-Kind-Bereich geben (ca. 160 m2, davon 40 m2 Wasserfläche). Das Bad soll so konzipiert werden, dass sich eine Sauna nachrüsten lässt.

Der neue Generalplaner wird voraussichtlich im Sommer 2019 die Pläne vorstellen. Der Baubeginn ist für 2020 geplant, die Eröffnung des Neubaus für 2022 vorgesehen.

Die Kostenschätzung beläuft sich aktuell auf 18,5 Mio. € (Neuplanung 14,2 Mio. € + 30 % NK )

Die Bereitstellung der Mittel erfolgt durch

  • 13,7 Mio. € Verpflichtungsermächtigungen
  • 4,8 Mio. € Bundesmittel (Investitionspakt Soziale Integration im Quartier)
    (zusätzlich 2,5 Mio. € aus dem Integrierten Entwicklungskonzept (IEK) Gröpelingen für eine attraktive Gestaltung des Vorplatzes)
Wie lange bleibt das Unibad geöffnet und warum wird das Unibad nicht saniert?

Bis zum Abschluss der Arbeiten an den Standorten Horner Bad und Westbad soll das Unibad, soweit dieses möglich ist, geöffnet bleiben, um die Wasserkapazitäten für den Schul- und Vereinsschwimmsport sicherstellen zu können. Danach plant die Universität Bremen, zu deren Eigentum das Unibad gehört, das Bad zu schließen, um das Gelände anderweitig zu nutzen.

Um die Offenhaltung sicherzustellen, wurde das Unibad in 2015 für ca. 1,1 Mio. € instandgesetzt. Zusätzlich zu den vorgesehenen Instandhaltungskosten in Höhe von 440 T€.

hatte der Senat weitere Mittel für eine Wasseraufbereitungsanlage und die Ertüchtigung der Lüftungsanlage zur Verfügung gestellt.

Grundsätzlich wäre eine Sanierung des Unibades möglich. Bei einer Hochrechnung der Zahlen aus 2013 würde man voraussichtlich bei einer Summe von über 25 Mio. € landen. Hinzu kämen die Mittel für die Sanierung des Freibades Horn (damals mit 4 Mio. € beziffert). Insgesamt wären das deutlich über 30 Mio. € für beide Bäder und man hätte dann immer noch ein altes Unibad mit alten Anlagen und veralteten Standards.

Wie kam es zu der Entscheidung für die Standorte Horn und Waller Westbad?

Vor dem Hintergrund eines gutachterlich ermittelten sehr hohen Sanierungsbedarfs von bis zu 18 Mio. € für das Unibad hat der Senat 2014 entschieden, von einer Sanierung des Unibades Abstand zu nehmen und den damals zuständigen Senator für Inneres und Sport gebeten, eine am Bedarf orientierte, wirtschaftlich sinnvolle und finanziell umsetzbare Alternative zur Sanierung des Unibades unter Einbeziehung der betroffenen Zielgruppen zu entwickeln. Als Mindestanforderungen wurden vorgegeben: keine ersatzlose Schließung des Unibades, Sicherung des Schulschwimmens, Trainingsmöglichkeiten für Vereinssport, ausreichende Öffnungszeiten und Sicherung eines ausreichenden Kursangebotes.

Der Senator für Inneres und Sport hat den Auftrag unter Beteiligung von Vertreter*innen des Landesschwimmverbandes Bremen, dem Deutschen Schwimmverband, dem Landessportbund, der Bremer Bäder GmbH sowie der Senatorin für Bildung und Wissenschaft bearbeitet. Gemeinsam wurden zwei denkbare Lösungsmodelle herausgearbeitet, um den erforderlichen Kapazitätsausgleich vorzunehmen. Der bei Entfall des Unibades erforderliche Kapazitätsausgleich sollte entweder am Standort Westbad oder am Standort Horner Bad erfolgen, weil an beiden Standorten ein akuter Sanierungsbedarf bestand und sich die beiden Standorte aufgrund der räumlichen Bezüge grundsätzlich als Alternativstandorte bei Entfall des Unibades eigneten.

  • Variante 1 sah den Neubau einer Schwimmhalle am Standort Freibad Horn mit zehn 50m-Bahnen und einen Ersatzneubau am Standort Westbad mit sechs 25m-Bahnen vor.
  • Variante 2 einen Neubau am Standort Westbad mit zehn 50m-Bahnen und eine Sanierung des Freibades Horn vor.[2]

Bei einem öffentlichen Hearing am 8. September 2014 wurden die umsetzbaren Varianten mit Vor- und Nachteilen der Öffentlichkeit vorgestellt. Die ca. 200 Anwesenden ganz sprachen sich ganz überwiegend für die Variante 1 aus.

Die Beiräte Horn, Schwachhausen, Oberneuland, Borgfeld und Osterholz haben sich jeweils mehrheitlich für die Variante 1 ausgesprochen. Die Beiräte Walle, Gröpelingen und Findorff machten deutlich, dass sie Variante 2 ablehnen und sich für die Variante 1 aussprechen, wenn die bisherigen Einrichtungen des Westbades (Saunabereich, Eltern-Kind-Bereich) erhalten bleiben.